Klettern in der Qutang Schlucht

Die jedoch leider zu schnell für gute Fotos waren. Wie der Name schon sagt, sind die kleinen drei Schluchten kleiner als die großen drei. Soweit so gut. Manche sagen, dass die kleinen drei Schluchten heute das sind, was die großen waren, bevor der Damm den Fluss um 90 Meter ansteigen ließ, ihn ganze Städte samt Wolkenkratzern verschlingen ließ und aus ehemals engen Tälern mit nur teilweise schiffbaren Flussabschnitten weite, ganzjährig problemlos befahrbare Täler machte.

In den drei kleinen Schluchten fragt man sich, was übrig bliebe, wenn der Wasserspiegel 90 Meter niedriger wäre. Die einzige Möglichkeit war, dass die Felswände senkrecht abfielen. Hier wird verständlich, dass die Menschen früher sagten, die Sonne erreiche in den Schluchten nicht den Fluss. Es muss ein atemberaubender Anblick gewesen sein.

Nach einiger Zeit stiegen wir wiederum in noch kleinere Boote um, Holzkähne, von Außenbordern betrieben und fuhren in noch engere Schluchten. Nun bekam ich den Mund gar nicht mehr zu. Die Pflanzen stiegen gleich aus dem Wasser auf. Man konnte die Hand ausstrecken und sich davon überzeugen, dass das Wasser wärmer als die Umgebungsluft war, man sah Vögel durch das Tal ziehen und ertrank gemeinsam mit der Landschaft in diesem unendlichen Grün.

Alles war von Nebel und Tau bedeckt, alles war so intensiv voller Leben, dass einem das Herz aufging. Immer wenn man denkt, dass es nicht schöner werden kann, fährt man um eine Ecke und… wow. Gerade noch so trocken geblieben. Solange der Jangtse wie bei buchen fähre rostock trelleborg nicht weiter steigt.

Als wir wieder anlegten, um unseren Weg zurück zur großen Schlucht anzutreten, war mir regelrecht schwindelig von all den Eindrücken. Auch wenn die Kahntour ein arg touristisches Erlebnis war, mit lautem Geschrei und Gesängen über Mikrophon von garantiert einheimischen Fischern, so konnte sie den Ausblick nicht verleiden. Ich setzte mich ganz nach hinten, blickte die ganze Fahrt über in die Natur und vermochte das Geschrei um mich auszublenden. Diese Fahrt in Stille zu erleben war trotzdem mein größter Wunsch.

Die Wu Schlucht. Die Wu Schlucht ist weitläufiger als die Qutang Schlucht. Aber nicht weniger schön. Die letzte Schlucht, die wir zu Gesicht bekamen, war die Wu Schlucht. Zwar durchfuhren wir an diesem Tage auch die Xiling Schlucht, die letzte der großen drei, doch dies geschah in der Dunkelheit der Nacht, weshalb uns diese letzten 66 Kilometer entgingen.

Doch auch wenn wir nur den Anfang der 44 Kilometer langen Wu Schlucht sehen konnten, so war auch dies beeindruckend. Spätestens hier erwartet man nicht mehr nach jeder Biegung vor Verzücken in Ohnmacht zu fallen. Und wird trotzdem immer wieder überrascht, wie einen eine weitere und noch eine weitere Schlucht in ihren Bann ziehen kann.

Klettern in der Wu Schlucht

Der Teil der Wu Schlucht, den wir sehen konnten bevor es dunkel wurde, unterschied sich deutlich von den steilen und teilweise schroffen Hängen der Qutang Schlucht. Sanft erhoben sich die dicht bewachsenen Hänge aus dem Wasser. Stellenweise gab es natürlich Fels, hier und da ging es senkrecht hinauf. Doch insgesamt war es sanfter, es war bewachsener und weicher. Ich hätte gerne gesehen ob dieser Trend weiter geht und die Xiling Schlucht noch weitläufiger ist. Doch es scheint, als müssten wir wiederkommen um dies zu erleben.

Überraschung in der zweiten Nacht. Am zweiten Abend begrüßte mich Peer grinsend in der Kajüte. „Fällt Dir was auf?”. Ich zog die Stirn in Falten und ging die Möglichkeiten durch. Es stank immer noch, es war immer noch zu kalt, es war immer noch zu klein. „Sollte es?” Gegenfragen sind immer gut. Doch dann triumphierte er „ich habe den Lautstärkeregler gefunden!” und tatsächlich. Während draußen der phonetische Wahnsinn tobte, war es bei uns höchstens nervig laut. Mit Ohropax sollte das kein Problem werden. Ich hatte nichts mehr zu entgegnen als ein andächtig gehauchtes „Danke!”.

Traurig blicken mich die schwarzumrandeten Augen mit Freunden von Traumpartner finden Bewertung an. Oder ist es Resignation, die ich in dem Blick erkenne? Bevor ich es deuten kann, schüttelt sich das mächtige Haupt, wie um meine Gedanken zu zerstreuen und der Blick wendet sich von mir ab. Dann trottet der wuchtige Leib von dannen. Ganz gemächlich. Er sinkt einige Meter weiter zu Boden und die bepelzten Pranken greifen nach dem Bambus. Es gibt ja sonst nicht viel zu tun. Hier im beengten Panda-Gehege in Chengdu.

Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan ist vor allem für eines bekannt: die Panda-Base. Diese Zucht- und Forschungsstation dient mehreren Zwecken. Mittels künstlicher Befruchtung und kontinuierlicher Forschung zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit wird versucht, den großen Panda, eines der nationalen Symbole Chinas, vor dem Aussterben zu bewahren. Zugleich ist die Panda-Base eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt, was in dieser Kombination einige Fragen aufwirft.

Der ausgewachsene große Panda hat nur wenige natürliche Feinde. Sein einzig wahrer und gefährlichster Feind ist der Mensch. Durch zunehmende Urbanisierung, der ständig steigenden Nachfrage nach Land- und Naturressourcen sowie der Umweltverschmutzung, wird der Lebensraum des Pandas und seine bevorzugte Nahrung, der Bambus, zunehmend zerstört.

In früherer Zeit setzten auch Wilderer, die es auf das begehrte Fell des Pandas abgesehen hatten, der Population zu. Inzwischen stehen Wilderei und Pelzhandel in China aber unter drakonischen Strafen

Highlight chinesische Küche

Ein Streifzug durch die Speisekarten bescherte uns neben konventionellen Gerichten inzwischen Hühnerkrallen, Esel- und Hundefleisch. Abgesehen von ersterem war es eine kulinarische Erfahrung, an die man sich gewöhnen könnte. Doch die chinesische Küche wird noch ihren eigenen Beitrag erhalten.

Highlight soziale Kontakte. Unterwegs trifft man viele Leute. Wie immer im Leben sind es solche und solche. Doch ob unsere Retterinnen in Moskau, die schwedischen Mädels aus der Mongolei oder unsere derzeitigen Reisegefährten – wir trafen viele interessante Menschen und viele werden wir sicherlich in Erinnerung behalten.

Doch auch die Fraternisierung mit anderen Reisenden hat in der Regel ihren Preis. Man geht gemeinsam Essen, Trinken oder Tanzen. Selten für lau. Doch auch das war bisher jeden einzelnen Rubel, Tugrik oder Yuan wert. Doch ehrlich: irgendwann, irgendwo werden wir anfangen müssen zu sparen um dann Aida Kreuzfahrten 2017 zu machen . Man sollte es nur nicht an der falschen Stelle tun.

Zahlen und Fakten.

Zurückgelegte Wegstrecke (ab Berlin): 11310 km
Transportmittel: Bus, Zug und Auto.
Highlights: Sonnenuntergang in der mongolischen Steppe. Dalai Lama, chinesische Küche, neue Freunde.
Ausgaben seit Berlin: 5900 € (Soll: 4000€. grrrrr)
Kulturelle Aktivitäten: Paläste, Schlösser, Tempel, Museen, hängende Klöster, 1500 Jahre alte Grotten mit 20 m hohen Buddha Statuen, klitzekleine Restaurants in noch kleineren Gassen und immer wieder dieser verfluchte Dschingis Khan Wodka.
Probleme: Manchmal muss man geduldig sein um Tickets zu bekommen oder die Staatsmacht zu Hilfe holen, aber letztlich kommen wir in jeden Zug rein und aus jedem Hostel raus. Nach wie vor Sprachbarrieren, die wir bislang aber meisterten, langsam aufkommender Alkoholismus, Geld.
Verluste: Badelatschen, Toilettenartikel, einzelne Socken, Fotostativ.
Stimmung: Wir sehen die Sonne selbst hinter den Wolken.

Ein kurzer Gruß aus Berlin und mal wieder ein großes Dankeschön für eure immer spannenden, lustigen, dramatischen, Fernweh erzeugenden Berichte. Ihr zieht ein Zwischenfazit und ich auch: es lohnt sich, regelmäßig hierher zu kommen und auf neue Texte von euch zu hoffen. Meist wird man fündig und kann so an euren Abenteuern teilhaben.

Toll! Also, immer weiter so, ich trink gerade nen Guinness auf euch und bin mir sicher: das mit der Kohle wird sich regeln. Geb bevorzugt die Euronen aus und spart erstmal mit Dollars. Denn der Euro ist bald nicht mehr viel wert, wenn das Merkel so weiter “regiert” 😉

Chongqing im Vorbeigehen

Da kann ich mir nur anschließen! Und ich denke sogar, echte Tierschützer würden die Frage genau so formulieren, wie du es getan hast: Was bringen alle Bemühungen den Pandas, wenn es keine Perspektive in der Natur gibt? Bzw: Gibt es wirklich keine Lösung, die vielleicht langfristiger aber vor allem nachhaltig wirken könnte? Vermutlich wäre sie mühevoller und nicht so öffentlichkeitswirksam … Und das liegt ja so gar nicht im Trend der Zeit ;o)

Chongqing bei Nacht. Chongqing, die Stadt am Zusammenfluss von Jangtsekiang und Jialing, sahen wir zunächst vom Bus aus. Die Fahrt vom Bahnhof zu unserem Hostel dauerte knapp eine Stunde und kam einer Stadtrundfahrt gleich. Der erste Eindruck war: geballte Urbanität. Graue Wohnblocks, aneinander gereiht wie Schuhkartons, erstreckten sich entlang der Hügel. Dazwischen vereinzelte kleine Hütten, die das Bild einer reinen Großstadt störten, aber sympathische Abwechslung boten. Am Flussufer dann Bürohochhäuser, nahezu über die gesamte Höhe mit Werbebanden oder Neonreklame verkleidet.

Das Jangtse-Ufer des Nachts. Als wir in Chongqing ankamen, dämmerte es bereits. Als wir im Hostel die Dachterrasse betraten war es dunkel. Zu unseren Füßen lag der gewaltige Jangtse-Strom und an den Ufern leuchtete die Silhouette der Stadt in reinstem Neon. Über den Hügeln zuckten Laser in den Himmel und unmittelbar zu unserer Rechten wurde die Nachtschicht an einer der neuen Jangtse-Brücken eingeläutet: Baulärm und ein Funkenmeer der Schweißgeräte ergoss sich in die Nacht. Wir staunten nicht schlecht.

Zusammenfluß von Jangtsekiang und Jialing. Doch das sollte es im Großen und Ganzen gewesen sein, was wir von dieser 4,5 Millionen Stadt (Ballungsraum ca. 8 Mio.) zu sehen bekamen. Zwar streiften wir am Folgetag ein wenig durch die Straßen, entdeckten dabei bunte, belebte Gassen und vor Müll starrende Hinterhöfe, aber den Großteil des Tages verwendeten wir darauf, die einzelnen Anbieter von Flusskreuzfahrten abzuklappern.

Nachdem wir nirgends einen englischsprachigen Ansprechpartner vorfanden, dem wir unsere individuellen Sightseeing-Pläne hätten verdeutlichen können, gaben wir wie bei Disneyland Paris Rabatt auf und buchten die Flussfahrt schließlich in unserem Hostel. Die paar Yuan mehr waren es uns wert, eine maßgeschneiderte Route zu erhalten und dadurch wiederum Geld für Sehenswürdigkeiten zu sparen, die wir nicht zwingend sehen wollten.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück auch schon los. Mit dem Bus in Richtung Wanzhou, wo wir unser Schiff besteigen sollten. Bereuen wir es, nicht länger in Chongqing geblieben zu sein? Ja, denn sicherlich hätte die Stadt noch einiges für uns bereitgehalten, aber aus den bekannten Gründen mussten wir den Absprung schaffen.

Angekommen in der Panda Stadt

Ein weiterer Grund für die Verringerung des Bestandes ist die generell langsame Geburtenrate des großen Pandas. Die Weibchen sind nur zwei bis drei Tage im Jahr fruchtbar. Das bekommen besonders Zoos auf der ganzen Welt zu spüren, wo es nur in seltenen Fällen zur natürlichen Fortpflanzung kommt. Meist wird mit künstlicher Befruchtung nachgeholfen.

Die größte Population von Pandabären in der freien Wildbahn findet man in den Bergen des Sichuan-Beckens, wo die Tiere zumeist in Reservaten leben. Das größte unter ihnen ist das Wolong-Naturreservat. Die Errichtung und der Schutz dieser Reservate ist Teil eines Programms der chinesischen Regierung, das nationale Symbol vor dem Aussterben zu bewahren. Die Bemühungen setzten vor etwa 20 Jahren ein und deuten auf einen Bewusstseinswandel in der öffentlichen Wahrnehmung hin.

So bemüht man sich auch zunehmend um eine verstärkte Erziehung zum Naturschutz und die Entwicklung eines öffentlichen Umweltbewusstseins. Ferner werden Flächen und Waldübergangsgebiete zwischen isoliert lebenden Panda-Populationen geschaffen, mit dem Ziel der Lebensraumvergrößerung und der Intensivierung des Austausches von genetischem Material der wild lebenden Tiere die wir bei Sunwave Singlereisen Portugal gesehen haben.

Darüber hinaus soll kontinuierliche Forschung und künstliche Befruchtung des großen Pandas der Populationserhöhung dienen und somit die Art bewahren. Und die bedeutendste dieser Forschungs- und Befruchtungsstationen liegt in Chengdu.

Von Wissenschaftlern und Touristen. Eigenen Angaben zufolge arbeitet die Chengdu Panda-Base mit einigem Erfolg an der Forschung, um Pandas resistenter gegen Umwelteinflüsse und Krankheiten zu machen. Auch die künstliche Befruchtung trägt in Chengdu Früchte. Für die Erfolge wurde das Institut 1995 mit dem Award des United Nations Environment Programme (UNEP) ausgezeichnet.

Niemand möchte die besten Absichten infrage stellen. Aller positiven Ansätze und Ergebnisse zum Trotz, warf unser Besuch der Panda-Base einige Fragen auf. Die vielleicht naheliegendste Frage ist, warum ein solches Forschungsinstitut meilenweit entfernt von den Naturreservaten und inmitten einer 10-Millionenstadt errichtet wurde?

Ist es wirklich richtig, täglich Horden von lärmenden und fotografierenden Touristen teils zu Fuß, teils in Golfwagen durch die Anlage zu karren? Gerade wenn man sich die Sensibilität der Tiere vor Augen führt, ein fragwürdiges Unterfangen. Ist es wirklich richtig, einen Panda aus seinem Gehege zu zerren, auf einen Stuhl zu setzen und Besuchern für 1000 Yuan die Möglichkeit zu geben, den Panda für ein Erinnerungsfoto zu umarmen?

Peking Stadtimpression bei Tag

Unser letztes Zwischenfazit ist bereits eine Weile her. Wollen wir ehrlich sein, wir haben es erst vergessen und dann aufgeschoben. Abgesehen davon wollten wir wenigstens versuchen unsere Ausgaben etwas zu reduzieren, denn die Visumsproblematik in Russland hat doch ein beachtliches Loch in unsere Reisekasse gerissen.

Doch alle Versuche günstiger zu leben, scheiterten im Ansatz. Wir lernten Leute kennen, freundeten uns an und gingen gemeinsam aus. Was nie wirklich günstig ist. Oder wir freundeten uns mit der landestypischen Küche an und zogen Restaurants den Instant-Nudelsuppen vor. Auch wenn man etwa in der Mongolei oder in China ziemlich preiswert hervorragend essen kann, es kostet alles Geld. Also genug der Heimlichtuerei, wir wollen ehrlich sein: Wir sind deutlich über dem geplanten Budget. Haben dafür aber auch einiges gesehen und erlebt. Hier sind die Fakten.

Wir sind nun seit 61 Tagen unterwegs, haben in dieser Zeit 13 Städte in sieben Ländern besucht und von Berlin bis Peking 11310 km in Zügen, Bussen und Autos zurückgelegt.
Unsere Schlaftechnik in Bussen ist immer noch nicht perfekt, dafür klappt es in Zügen mittlerweile ohne Probleme. Teilweise sogar besser als in Hostels.

Wir haben seit Berlin insgesamt 5900 Euro ausgegeben, 4000 sollten es sein. Sch… Doch natürlich haben wir dafür auch einiges erlebt. Von Transport, Unterkunft und Grundnahrungsmitteln einmal abgesehen, hier nun einige Highlights seit dem Verlassen Russlands.

Highlight mongolische Wildnis wie auf dem Tui Mein Schiff 4 Trip. Die Berichterstattung dürfte deutlich gemacht haben, dass wir von unserem Trip in die Wildnis mehr als begeistert waren. Doch es dürfte wohl klar sein, dass es das Ganze nicht für lau gab. Aber die 240 Dollar pro Person waren gut investiert.

Highlight Dalai Lama. Zwar mussten wir für die „Audienz” lediglich den Eintritt für das Kloster berappen, doch seine Heiligkeit zu sehen, war eine unerwartete Zugabe und definitiv ein Höhepunkt.

Highlight Datong. Einem Tipp folgend besuchten wir diese Stadt, die eigentlich nicht auf unserer geplanten Route lag. Es erwies sich als Glücksfall. Die Yungang Grotten und das hängende Kloster haben uns schlichtweg beeindruckt. Doch jeder Umweg kostet Geld.

Highlight chinesische Küche. Das für den westlichen Gaumen aufbereitete und mit reichlich Glutamat zubereitete Essen, das sie einem daheim als chinesische Kost verkaufen, hat so rein gar nichts mit dem zu tun, was man hier serviert bekommt.

Wanzhou verabschiedet sich von uns mit einem Lichtermeer

Ein Bus brachte uns von Chongqing nach Wanzhou, wo wir am frühen Abend das Boot bestiegen. Die Sonne ging bald unter, es war dunkel als wir ablegten und uns Wanzhou mit einem Lichtermeer verabschiedete. Von nun an sollten wir von Natur umgeben sein, bis uns in Yichang mit dem Drei-Schluchten-Damm ein Wunderwerk der Ingenieurskunst wieder in der sogenannten Zivilisation empfangen sollte.

Was unser Boot angeht, so muss ich ehrlich sagen, Das linke Boot war unseres. Es schwamm, das reichte. dass es mir auf den ersten Blick wenig vertrauenswürdig vorkam. Doch ich bin kein See- und beileibe kein Fachmann. Wir hatten die günstigste dritte Klasse gebucht und erfreuten uns am Duft der Toiletten. Ich erlaube es mir die Details auszusparen. Doch soviel sei verraten: Dem Geruch nach gab es ein großes Behältnis für die Abwässer direkt unter unserer Kabine. Doch wie gesagt, ich bin kein Fachmann aber mag Erlebnisgutschein Einlösen. Ich bin Neurobiologe. Ob meine wirren Träume durch die Ausdünstungen hervorgerufen wurden, wäre allerdings eine interessante neurobiologische Fragestellung.

Das Schiff legte ab und steuerte den ersten Halt an. Die ganze Fahrt war in kürzere Etappen eingeteilt. Insgesamt gab es sechs Attraktionen zu buchen. Dass wir nur zwei buchten, die drei kleinen Schluchten sowie den Damm, lag an den gesalzenen Preisen. Doch die Berichte anderer Passagiere gaben unserer Sparsamkeit Recht, zumal manche Attraktionen, wie Tempel, in der Nacht sicherlich nicht so eindrucksvoll wie am Tage sein dürften.

Den ersten Abend nutzten wir, um uns mit anderen Passagieren bekannt zu machen. Da wir nur drei fanden, die Englisch sprachen, fiel die Wahl nicht schwer. Wir saßen auf dem Oberdeck, der Zutritt kostete extra, und erzählten uns unsere Reisegeschichten. Dann hielten wir die Luft an und gingen zu Bett.

Um punkt sechs Uhr früh wurden wir überfallen. Das zumindest war mein erster Gedanke, als von einer Sekunde auf die andere das Schiff erzitterte. In jeder Kabine erwachte der Lautsprecher zu hysterischem Leben.

Der Jangtse stieg um 90m an. Manchmal ist das deutlich zu sehen. Übergangslos auf volle Lautstärke aufgedreht, beschoss er uns abwechselnd mit chinesischer Musik und einer verzerrten weiblichen Stimme, die entweder Erklärungen abgab, was das Tagesprogramm beinhaltete oder uns zu Waffen rief, um das Schiff gegen einfallende Piraten zu verteidigen.

Da wir kein Chinesisch sprechen, konnten wir nur raten was es war. Da ich sowieso senkrecht im Bett saß, war ich versucht, es darauf ankommen zu lassen und mich, mit dem nächsten bewaffnend dessen ich habhaft werden konnte, ein lautes „lebend kriegt ihr mich nie!” brüllend, in den Gang zu werfen.

Zurück aus der Wildnis

Mannomann, war ja zu erwarten, daß das alles auch kostet, aber Eure Berichte sind wirklich so spannend und unterhaltsam, daß wir alle hier im Ländle hoffen, daß es weitergeht, wenn Ihr das ein oder andere Land auslasst, wäre doch zu verschmerzen, auf jeden Fall sind Eure (und unsere) Erlebnisse unvergesslich.

Es war der letzte Morgen, an dem wir steifgefroren aus unserem Deckenberg klettern sollten. Heute sollte es zurückgehen in die Zivilisation. Okay, zumindest zurück nach Ulan Bator. Langsam machte sich auch die Vorfreude auf eine heiße Dusche und weitere sanitäre Annehmlichkeiten breit.

Ein letztes Frühstück aus unserer Lunchbox und wir sollten uns auf die sechsstündige Heimfahrt zu unserem Hostel machen, wo wir auch den Großteil unseres Gepäcks gelassen hatten. Sagte ich „sollten”? Richtig, denn es kam einmal mehr anders als geplant. Während des Frühstücks hörten wir draußen bereits geschäftiges Treiben. Und immer wieder das verzweifelte Jaulen eines Motors wie mit fahrzeit fähre sassnitz trelleborg , dem zum Starten der nötige Strom fehlt. Uns schwante nichts Gutes.

Am Rande der Wüste. Wir packten unsere Habseligkeiten und verließen unsere Jurte. Draußen stellten wir fest, dass Jay offenbar über Nacht die Stoßstange wieder am Auto befestigt hatte. Mit welchen Hilfsmitteln konnten wir nicht sagen (Die Schnürsenkel waren es jedenfalls nicht), doch es war definitiv eine Leistung, die MacGyver zur Ehre gereicht hätte. Respekt!

Doch nun sahen wir unseren Fahrer, leise Verwünschungen murmelnd sich über den Motor beugend. „Kein Saft” gab er uns zu verstehen. Die Batterie war offenbar über Nacht eingefroren. Nicht einmal die Reservebatterie, die er extra mit ins Zelt genommen hatte, brachte den Jeep zum Starten. Ob mit Kabel oder Direktüberbrückung – also Kontakt an Kontakt gehalten – nichts funktionierte.

Nach einiger Zeit kam der Sohn der uns beherbergenden Familie mit seinem Auto zurück und nun sollte es doch klappen mit der Starthilfe. So dachte ich zumindest. Als die beiden aber weiterhin nur die Batterien an einander hielten und keinerlei Anstalten machten, ein Starterkabel zu benutzen, fragte ich nach und unterbreitete den Vorschlag die Batterie bei laufendem Motor zu überbrücken.

Ich erntete verständnislose Blicke und Achselzucken. Offenbar kennt man in der Mongolei keine Starthilfekabel. Oder zumindest nicht in dieser Ecke der Wildnis.

Bootfahren am Jangtse

Ein Blick auf unseren chinesischen Kabinengenossen überzeugte mich dann jedoch von einer Alternative. Er kratzte sich gemütlich den Bauch, gähnte und drehte sich um. Auch Peer in der Koje unter mir machte keine Anstalten sich zu bewaffnen. Also schob ich die Ohropax etwas tiefer in meine Ohren und legte mich wieder hin.

Es dauerte fast zwei Stunden bis alle, die die früheste Tour gebucht hatten, aufgewacht, aufgestanden und von Bord gegangen waren. Zwei sehr lange Stunden, in denen das decibelstarke Krächzen aus den Lautsprechern in unverminderter Intensität anhielt. Als wir nach einer erstaunlich kurzen Stunde weiteren Schlafes aufstanden, waren wir beide wohl etwas derangiert.

Doch mit einer Tasse Tee auf dem Oberdeck mit Reisegutscheine 2016 zu stehen und in die erste Schlucht einzufahren ließ uns alles bis dahin Geschehene vergessen. Da war es egal, dass es meistens empfindlich kalt war, dass es beinahe ständig nieselte und die feucht-kalte Luft einem alle Wärme aus den Gliedern zog. Wir standen auf dem Deck und staunten andächtig. Wahrscheinlich zu lange, denn hinterher hatte ich eine heftige Erkältung, aber gelohnt hat es sich trotzdem allemal.

Die Qutang Schlucht. Und das ist nur der Anfang. Zwei steil aufragende Felswände bildeten eine Art natürliches Tor zur ersten Schlucht, der Qutang Schlucht. Sie ist mit etwa acht Kilometern die kürzeste der drei Schluchten und stellenweise auch recht eng.

Aus dem Wasser des Flusses wachsen Berge zu beiden Seiten, ragen weit hoch in den Himmel und lassen den etwa 150-200m breiten Fluss auf ein empfundenes Zehntel schrumpfen. Steinerne Steilhänge wechseln sich mit bewachsenen etwas flacheren Hängen ab. Finger zeigen bald hier hin und bald dort hin, ständig hört man die Fotoapparate auslösen, man dreht sich im Kreise, sieht nur grün um sich herum, und kann sich doch nicht satt sehen.

Und auf einmal weitet sich die Schlucht zu einem breiten Tal und die erste Etappe ist vorbei. Wie lange die Fahrt durch die Qutang Schlucht dauerte, vermag ich nicht mehr zu sagen. Es kann nicht lange gewesen sein. Meinem Gefühl nach, keine fünf Minuten. Am liebsten hätte ich wie ein kleines Kind nach der Karussellfahrt „noch mal!” gerufen. Wäre es die einzige Schlucht gewesen, ich hätte es getan. Doch da kam ja noch mehr. Viel mehr.

Die kleinen drei Schluchten. Die drei kleinen Schluchten sind gar nicht mal so klein. Das Schiff legte an und wir stiegen in ein kleineres Boot um. Von hier aus ging es in einen Seitenarm des Jangtse. Die kleinen drei Schluchten lagen vor uns. In Worten lässt es sich schlecht beschreiben, wo der Unterschied zwischen grün und grün liegt, zwischen Fels und Fels.

Es war den großen Schluchten ähnlich und doch ganz verschieden. Was nicht nur daran liegt, dass man in den kleinen Schluchten den Hängen nah genug ist um die Affen zu sehen, die dort herumklettern.

Unterwegs in Chinas Nationalpark

Stellt man all dies beiseite, bleibt eine letzte Frage, die zu stellen bereits manche Tierschützer aufregen könnte. Machen die ganzen Bemühungen überhaupt Sinn in Ermangelung einer Perspektive? Laut Schätzungen leben in den Schutzgebieten zwischen 1500 und 2000 wilde Pandas. Pandas sind Einzelgänger, die sich nur zur Paarung einmal im Jahr einander nähern.

Die Schutzzonen bieten den dort lebenden Tieren zwar ausreichend Platz, bei einer Erhöhung des Bestandes dürfte das jetzt noch ausreichende Platzangebot jedoch nicht mehr genügen. Der Versuch, Tiere vor dem Aussterben zu retten, ist ein notwendiges und alternativloses Unterfangen, scheint allerdings nur dann Sinn zu machen, wenn diese Tiere dann auch einen adäquaten Lebensraum haben und nicht in eingezäunten Gehegen oder Käfigen ihr Dasein fristen müssen.

Ein zweischneidiges Schwert. Die aufgeworfenen Fragen lassen sich wohl nicht eindeutig beantworten, sie sind allesamt zweischneidige Schwerter. Tierfreunde werden in der Panda-Base in Chengdu ein Panda-Disney-Land sehen und es vielleicht unwürdig und abstoßend finden. Sie werden auch die Haltung als nicht artgerecht kritisieren. Verfechter dieses Instituts werden argumentieren, dass nur die Einnahmen durch touristische Vermarktung die nötigen Finanzmittel generieren, um die Forschung laut einem Freund von Robinson Cluburlaub Kinder aufrecht zu erhalten und so die stark bedrohte Spezies vor dem Aussterben zu retten.

Da die Schutzgebiete weit außerhalb und schwer zu erreichen sind, ermöglicht es die zentrale Lage den Touristen aus aller Welt die Pandas zu besuchen. Gerade diese gute Erreichbarkeit, diese Positionierung in der Öffentlichkeit, erleichtert es den Tierschützern, ihrem Ansinnen Gewicht zu verleihen und ins öffentliche Bewusstsein zu rufen.

Denn ein Leid, das man nicht sieht, hat weit weniger Bedeutung als ein Sichtbares. Erst wenn genug öffentlicher Druck erzeugt wird, werden Möglichkeiten entstehen, auch den Lebensraum zu vergrößern, um die gezüchteten Pandas auszuwildern. So zumindest lautet eine Theorie.

Bei der Lieblingsbeschäftigung: Bambus essen. Ich persönlich habe noch keine abschließende Meinung oder eine Lösung dieses Dilemmas gefunden. Zwar habe auch ich mich mit zahllosen anderen Touristen durch die Gehege treiben lassen, habe die possierlichen Tiere bestaunt und brav fotografiert, doch bleibt in der Retrospektive ein fader Beigeschmack. Ich weiß auch nicht, was den Tieren mehr hilft: sie gänzlich in Ruhe zu lassen, meine kleine, von schlechtem Gewissen motivierte Spende am Ausgang oder die 1000 Yuan, die ein Amerikaner, der uns begleitete, letztlich für ein gemeinsames Foto mit dem Panda hinlegte…