Zurück aus der Wildnis

Mannomann, war ja zu erwarten, daß das alles auch kostet, aber Eure Berichte sind wirklich so spannend und unterhaltsam, daß wir alle hier im Ländle hoffen, daß es weitergeht, wenn Ihr das ein oder andere Land auslasst, wäre doch zu verschmerzen, auf jeden Fall sind Eure (und unsere) Erlebnisse unvergesslich.

Es war der letzte Morgen, an dem wir steifgefroren aus unserem Deckenberg klettern sollten. Heute sollte es zurückgehen in die Zivilisation. Okay, zumindest zurück nach Ulan Bator. Langsam machte sich auch die Vorfreude auf eine heiße Dusche und weitere sanitäre Annehmlichkeiten breit.

Ein letztes Frühstück aus unserer Lunchbox und wir sollten uns auf die sechsstündige Heimfahrt zu unserem Hostel machen, wo wir auch den Großteil unseres Gepäcks gelassen hatten. Sagte ich „sollten”? Richtig, denn es kam einmal mehr anders als geplant. Während des Frühstücks hörten wir draußen bereits geschäftiges Treiben. Und immer wieder das verzweifelte Jaulen eines Motors wie mit fahrzeit fähre sassnitz trelleborg , dem zum Starten der nötige Strom fehlt. Uns schwante nichts Gutes.

Am Rande der Wüste. Wir packten unsere Habseligkeiten und verließen unsere Jurte. Draußen stellten wir fest, dass Jay offenbar über Nacht die Stoßstange wieder am Auto befestigt hatte. Mit welchen Hilfsmitteln konnten wir nicht sagen (Die Schnürsenkel waren es jedenfalls nicht), doch es war definitiv eine Leistung, die MacGyver zur Ehre gereicht hätte. Respekt!

Doch nun sahen wir unseren Fahrer, leise Verwünschungen murmelnd sich über den Motor beugend. „Kein Saft” gab er uns zu verstehen. Die Batterie war offenbar über Nacht eingefroren. Nicht einmal die Reservebatterie, die er extra mit ins Zelt genommen hatte, brachte den Jeep zum Starten. Ob mit Kabel oder Direktüberbrückung – also Kontakt an Kontakt gehalten – nichts funktionierte.

Nach einiger Zeit kam der Sohn der uns beherbergenden Familie mit seinem Auto zurück und nun sollte es doch klappen mit der Starthilfe. So dachte ich zumindest. Als die beiden aber weiterhin nur die Batterien an einander hielten und keinerlei Anstalten machten, ein Starterkabel zu benutzen, fragte ich nach und unterbreitete den Vorschlag die Batterie bei laufendem Motor zu überbrücken.

Ich erntete verständnislose Blicke und Achselzucken. Offenbar kennt man in der Mongolei keine Starthilfekabel. Oder zumindest nicht in dieser Ecke der Wildnis.