Klettern in der Qutang Schlucht

Die jedoch leider zu schnell für gute Fotos waren. Wie der Name schon sagt, sind die kleinen drei Schluchten kleiner als die großen drei. Soweit so gut. Manche sagen, dass die kleinen drei Schluchten heute das sind, was die großen waren, bevor der Damm den Fluss um 90 Meter ansteigen ließ, ihn ganze Städte samt Wolkenkratzern verschlingen ließ und aus ehemals engen Tälern mit nur teilweise schiffbaren Flussabschnitten weite, ganzjährig problemlos befahrbare Täler machte.

In den drei kleinen Schluchten fragt man sich, was übrig bliebe, wenn der Wasserspiegel 90 Meter niedriger wäre. Die einzige Möglichkeit war, dass die Felswände senkrecht abfielen. Hier wird verständlich, dass die Menschen früher sagten, die Sonne erreiche in den Schluchten nicht den Fluss. Es muss ein atemberaubender Anblick gewesen sein.

Nach einiger Zeit stiegen wir wiederum in noch kleinere Boote um, Holzkähne, von Außenbordern betrieben und fuhren in noch engere Schluchten. Nun bekam ich den Mund gar nicht mehr zu. Die Pflanzen stiegen gleich aus dem Wasser auf. Man konnte die Hand ausstrecken und sich davon überzeugen, dass das Wasser wärmer als die Umgebungsluft war, man sah Vögel durch das Tal ziehen und ertrank gemeinsam mit der Landschaft in diesem unendlichen Grün.

Alles war von Nebel und Tau bedeckt, alles war so intensiv voller Leben, dass einem das Herz aufging. Immer wenn man denkt, dass es nicht schöner werden kann, fährt man um eine Ecke und… wow. Gerade noch so trocken geblieben. Solange der Jangtse wie bei buchen fähre rostock trelleborg nicht weiter steigt.

Als wir wieder anlegten, um unseren Weg zurück zur großen Schlucht anzutreten, war mir regelrecht schwindelig von all den Eindrücken. Auch wenn die Kahntour ein arg touristisches Erlebnis war, mit lautem Geschrei und Gesängen über Mikrophon von garantiert einheimischen Fischern, so konnte sie den Ausblick nicht verleiden. Ich setzte mich ganz nach hinten, blickte die ganze Fahrt über in die Natur und vermochte das Geschrei um mich auszublenden. Diese Fahrt in Stille zu erleben war trotzdem mein größter Wunsch.

Die Wu Schlucht. Die Wu Schlucht ist weitläufiger als die Qutang Schlucht. Aber nicht weniger schön. Die letzte Schlucht, die wir zu Gesicht bekamen, war die Wu Schlucht. Zwar durchfuhren wir an diesem Tage auch die Xiling Schlucht, die letzte der großen drei, doch dies geschah in der Dunkelheit der Nacht, weshalb uns diese letzten 66 Kilometer entgingen.

Doch auch wenn wir nur den Anfang der 44 Kilometer langen Wu Schlucht sehen konnten, so war auch dies beeindruckend. Spätestens hier erwartet man nicht mehr nach jeder Biegung vor Verzücken in Ohnmacht zu fallen. Und wird trotzdem immer wieder überrascht, wie einen eine weitere und noch eine weitere Schlucht in ihren Bann ziehen kann.

Klettern in der Wu Schlucht

Der Teil der Wu Schlucht, den wir sehen konnten bevor es dunkel wurde, unterschied sich deutlich von den steilen und teilweise schroffen Hängen der Qutang Schlucht. Sanft erhoben sich die dicht bewachsenen Hänge aus dem Wasser. Stellenweise gab es natürlich Fels, hier und da ging es senkrecht hinauf. Doch insgesamt war es sanfter, es war bewachsener und weicher. Ich hätte gerne gesehen ob dieser Trend weiter geht und die Xiling Schlucht noch weitläufiger ist. Doch es scheint, als müssten wir wiederkommen um dies zu erleben.

Überraschung in der zweiten Nacht. Am zweiten Abend begrüßte mich Peer grinsend in der Kajüte. „Fällt Dir was auf?”. Ich zog die Stirn in Falten und ging die Möglichkeiten durch. Es stank immer noch, es war immer noch zu kalt, es war immer noch zu klein. „Sollte es?” Gegenfragen sind immer gut. Doch dann triumphierte er „ich habe den Lautstärkeregler gefunden!” und tatsächlich. Während draußen der phonetische Wahnsinn tobte, war es bei uns höchstens nervig laut. Mit Ohropax sollte das kein Problem werden. Ich hatte nichts mehr zu entgegnen als ein andächtig gehauchtes „Danke!”.

Traurig blicken mich die schwarzumrandeten Augen mit Freunden von Traumpartner finden Bewertung an. Oder ist es Resignation, die ich in dem Blick erkenne? Bevor ich es deuten kann, schüttelt sich das mächtige Haupt, wie um meine Gedanken zu zerstreuen und der Blick wendet sich von mir ab. Dann trottet der wuchtige Leib von dannen. Ganz gemächlich. Er sinkt einige Meter weiter zu Boden und die bepelzten Pranken greifen nach dem Bambus. Es gibt ja sonst nicht viel zu tun. Hier im beengten Panda-Gehege in Chengdu.

Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan ist vor allem für eines bekannt: die Panda-Base. Diese Zucht- und Forschungsstation dient mehreren Zwecken. Mittels künstlicher Befruchtung und kontinuierlicher Forschung zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit wird versucht, den großen Panda, eines der nationalen Symbole Chinas, vor dem Aussterben zu bewahren. Zugleich ist die Panda-Base eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt, was in dieser Kombination einige Fragen aufwirft.

Der ausgewachsene große Panda hat nur wenige natürliche Feinde. Sein einzig wahrer und gefährlichster Feind ist der Mensch. Durch zunehmende Urbanisierung, der ständig steigenden Nachfrage nach Land- und Naturressourcen sowie der Umweltverschmutzung, wird der Lebensraum des Pandas und seine bevorzugte Nahrung, der Bambus, zunehmend zerstört.

In früherer Zeit setzten auch Wilderer, die es auf das begehrte Fell des Pandas abgesehen hatten, der Population zu. Inzwischen stehen Wilderei und Pelzhandel in China aber unter drakonischen Strafen